Rainer Wetz
Lohsestrasse 55
50733 Köln
Als Titel Bild habe ich diese drei Tarotkarten gewählt.
Heute Morgen, als ich aufstand, habe ich – wie manchmal – eine Karte gezogen, um mir sozusagen ein Motto für den Tag zu wählen. Ich nutze das Tarot gerne, aber nicht für Weissagung, sondern als zufälligen, kosmischen Hinweis, den jeweiligen Tag oder die jeweilige Thematik unter dem Aspekt der blind gezogenen Tarot-Karte zu beachten. Und heute am Sonntag morgen, ich war sicher, dass ich nur eine Karte gezogen habe, aber ich hatte plötzlich drei in der Hand! Na gut – die habe dann eben nach ihrer Reihenfolge in das mir gewohnte Muster: Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft gelegt. Was sagen mir die drei Karten für mich heute Sonntag? Welchen Aspekt meines Lebens sollte ich in diesem Zusammenhang berücksichtigen, auf was sollte ich achten und was berücksichtigen.
Als erstes fällt mir auf, dass zwei Grundfarben vorhanden sind: die Kelche, die der Ritter trägt und die Stäbe in den beiden nächsten Karten. Die erste Karte eine ist eine relativ „starke“ Karte. Die anderen beiden Karten sind eher normal.
Kelche haben immer zu tun, mit Fülle, mit Reichtum, mit materiellen Werten, mit Haben und der Ritter der Kelche symbolisiert entschiedene, das stete Voranschreiten in sicherer Rüstung und durchaus den reichen Kelch bewahrend, ja vor sich haltend wie einen Kompass durchs Leben schreitend, nein reitend! Er wird getragen von einem starken Pferd- also kein Kampf oder Ringen, sondern ein stetes Voranschreiten, Voranreiten auf einem starken Pferd. Die Position dieser Karte sagt, dass das vorbei ist – es der Vergangenheit angehört.
Die mittlere Karte weist auf meine jetzige gegenwärtige Lebens Situation. Und diese ist eher überraschend. Es ist die Karte der Auseinandersetzung, des Wettbewerbs, des Kämpfens – aber mit Stäben, die dabei sind zu Grünen, also nicht mit Schwertern und tödlich, sondern eher erkenntnis-orientiertes Kämpfen, eher ein sich Messen, durchaus entschieden. Ich finde diesen Aspekt überraschend und spannend und auch sehr treffend, denn ich bin durch die OPs in den zwanziger Jahren sowie der damit zusammenhängenden Corona Zeit doch sehr aus dem „steten Ritt“, getragen von dem starken Pferd / Familie und familiäre Freunde mit starker Rüstung herausgefallen und bin sehr in einer kämpferisch Haltung gekommen. Und überraschend ist mir, dass ich die Karte aus der generellen Kartenfarbe Stäbe gezogen habe – eben nicht aus der Kartenfarbe Schwert! sondern eher ein versöhnliches, erkenntnisseorientiertes Kämpfen, das ein Auseinandersetzen beinhaltet. Das ist tröstlich für mich, denn meine damalige Umwelt sagt, dass ich bösartig, hart vernichtend, selbstgerecht in der Corona Zeit gewesen wäre. Es stimmt, ich war wütend schwer betroffen, dass ich so in der Minderheit mit meiner Meinung war und und dass meine Argumente überhaupt nicht ernst genommen wurden. Und das waren ja teilweise keine Argumente, sondern Fakten. Die Karte „Stäbe Vll“ weist mich eben schon darauf hin, auch den Aspekt zu sehen, dass es ein freiheitliches, erkenntnisorientiertes Kämpfen eigentlich sein sollte. Aber es war doch von mir, dem sonst so ausgleichend wirkenden Rainer, sehr harsch, entschieden in der Ansage – ja, für die im CORONA-Mainstream lebend aggressiv. So kann ich doch leichter akzeptieren, dass die andere Seite eben in mir einen Verunsicherer, einen Störer sieht…. eben einen, der sie zwingt, anders zu sein. Mein zu starkes, permanentes Beharren darauf, dass hier Unrecht geschieht, war simpel zu aggressiv, zu anstrengend…. und dann bin ich als Störer ein „Rechter“ geworden, ein „Zu Verurteilender“.
Der Schmerz oder diese Verletzung aus der Zeit ist tief in mir drin. Sei es der hasserfüllte Angriff in der Straßenbahn einer fetten, Arsch weißlich, wabbeligen Frau, weil ich keine Maske trug… Seien es die niedermachenden Appelle an mich, dass ich ein negativer „Runterzieher“ war und in eine böse schwarze Welt gehe, sei es dass meine Mitbewohner in Berlin sich zusammen getan haben und meinten doch, so gehe es mit mir nicht, ich dürfe nicht auf die Demos, wo die „Rechten“ sind. All diese Verletzungen sitzen tief… Und jetzt stellt sich raus, dass meine Bedenken und meine Haltung durchaus berechtigt war. Ja, der Aspekt des harten, bösartigen Kampfes versus der frohen, aber durchaus entschiedenen Auseinandersetzung mit einer Mehrheit ist spannend und erfreulich für diesen Tag -Danke, liebe Karten.
Die dritte Karte, die ich heute gezogen habe, ist die Karte die Zukunft. Sie zeigt einen Aspekt der Zukunft. Diese Karte ist sehr mir klar. „Stäbe III“ mir ist sehr eindeutig. Die Stäbe sind in die Erde gerammt und treiben wie auf allen Karten dieser Tarot-Stäbe-Welt bereits aus. Sie sind in die Erde gepflanzt, dienen als Halt für den Blick weit, weit ins Jenseitige, hin zu den blauen Bergen….
